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Anleitung zur Herstellung einer Filztaschevon Ulrike Müller Auflistung aller benötigten Materialien:
Es ist ratsam, in einem Raum zu arbeiten, der gegen Feuchtigkeit unempfindlich ist, da beim Filzen mit Wasser gearbeitet wird. Der Arbeitsplatz wird folgendermaßen eingerichtet: jeder Schüler legt vor sich eine Autogummimatte (geriffelte Fläche nach oben) und darauf die zurechtgeschnittene Taschenschablone aus Noppenfolie (für unsere Taschen haben ich ein Format von ca. 40 x 30 cm gewählt). Auf der Folie wird die Hälfte der benötigten Wollmenge von insgesamt ca. 120 g verteilt. Dieser Arbeitsschritt muss sehr sorgfältig ausgeführt werden: die Wolle wird in zwei Lagen gelegt (die zweite Lage im 90°-Winkel zur ersten). Bei der zweiten Lage ist darauf zu achten, dass die Fasern über die Schablone hinaus gelegt werden, da dieser Überstand benötigt wird, um einen stabilen Rand zu erzielen. Wenn ein Motiv mit verschiedenen Farben gestaltet werden soll, so ist darauf zu achten, dass die hierfür benötigte Wolle in sehr feinen, dünnen Fasern aufgelegt wird. Am besten eignet sich dafür Kammwolle im Kardenband. Um das Motiv zu fixieren, kann man es im trockenen Zustand vorsichtig mit den Fingerspitzen einarbeiten.
Ein Wäschesprenger wird mit heißem Wasser 3/4 gefüllt und ca. 1/2 TL Seife darin aufgelöst. Diese Lauge wird auf der Fläche von der Mitte nach außen versprengt. Die überstehenden Fasern, die für die Verbindungsränder vorgesehen sind, müssen auf jeden Fall trocken bleiben, weil sie erst in einem späteren Arbeitsgang verfilzen dürfen. Die Wolle wird mit vibrierenden Bewegungen der Hände leicht angefilzt (siehe Abb. 4).
Danach wird die Arbeit mit Hilfe einer zweiten Gummimatte gewendet. Die trocken gebliebenen Verbindungsränder werden um den Rand der Schablone nach innen gestrichen. Dabei dürfen keine zu dicken Wollschichten entstehen (besonders an den Ecken). Vorsichtig werden solchen Stellen ausgedünnt, indem man Wollfasern herauszupft (Abb. 5).
Jetzt wird die restliche Wolle auf die vorher beschriebene Art auf der Rückseite
ausgelegt und verarbeitet (auch hier ist darauf zu achten, dass eine Schicht
über den Schablonenrand hinausragt - die Verbindungsfasern - und
trocken bleibt). Dann wird das ganze zurück auf die Vorderseite gewendet,
um die Verbindungsfasern mit dem Untergrund zu verfilzen.
Wenn sich die Wolle gut verfilzt und die Ränder gut verbunden haben, wird die Arbeit an einer der Längsseiten aufgeschnitten und die Schablone entfernt (je nach dem an welcher Seite der Tasche sich das Muster befinden soll, aber auch nach dem Kriterium, welche Seite besser gefilzt ist, wird die Tasche aufgeschnitten). (Abb. 7)
Anschließend wird der so entstandene Taschenbeutel geöffnet und zwischen den Händen zu Ende gefilzt. Die Seife wird aus dem Filzstück vorsichtig ausgedrückt und die in Form gezogene Tasche auf ein Frottierhandtuch gelegt.
Der Filz wird mit heißem Wasser (ohne Seife) besprenkelt und in das Handtuch
eingerollt. Diese Rolle wird erst behutsam und dann mit zunehmendem Krafteinsatz
gewalkt. Die Rolle wird immer wieder geöffnet und das Filzstück
in verschiedene Richtungen gewalkt, so dass es sich gleichmäßig
in allen Richtung zusammenziehen kann. Das Walken ist dann beendet, wenn
sich der Filz kaum noch dehnen lässt und ein stabiler Stoff entstanden
ist (Abb. 8 bis 10).
Es ist ratsam, den Rohling nach dem Trocknen zu dämpfen, um die endgültige Form der Tasche festzulegen. Damit ist der Filzprozess abgeschlossen und es ist jedem überlassen, wie er/sie die weitere Gestaltung der Tasche vornimmt.
Abb. 12 zeigt drei Grundformen von Taschen, die man aus dem oben beschriebenen Rohling herstellen kann. Zusätzlich bieten sich vielfältige Möglichkeiten einerseits Griffe oder Riemen aus unterschiedlichen Materialien (Lederbänder, alte Sicherheitsgurte vom Schrottplatz, Aquarienluftschläuche etc.) zum anderen Verschlüsse (Druckknöpfe, Holzknöpfe, Schnallen, Ösen etc.) anzubringen.
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